Samstag, 6. Juni 2009

Ein Erlebnis der besonderen Art: der Dolmen von Goerem

Das besterhaltene Beispiel einer megalithischen Grabstätte in rechtwinkliger Bauart, erbaut ca. 3300 v. Chr. - so ist es auf der verfalllenen Tafel des Dolmen von Goerem (Link zur Karte) zu lesen.

So gepriesen auch in Reiseführern liegt es nahe: dieser Dolmen ist ein Muß auf der diesjährigen Megalith-Besuchsliste.

Der als Besterhaltener gepriesene präsentiert sich auf den ersten Blick eher unspektakulär.

Doch Megalith-Erprobte ahnen, dass sich unter diesem Hügel in der Tat Spektakuläres verbergen mag.




Wenn da nicht der recht zugemüllte Eingang die Phantasie Richtung unsachgemäßer heutiger Deponie-Nutzung und potenzielles Umherwuseln aufgescheuchter Nagetiere spriessen ließe.

Wenn da nicht ein umgekipptes Gitter signalisieren könnte: mögliche Gefahr, lieber draußen bleiben.

Und vor allem: das ist so enorm dunkel im Hintergrund...




Aber Neugierde, Abenteuerlust und ein unvermutetes verwegenes Gefühl taten sich zusammen und los ging es Schritt für Schritt, bewappnet mit Stirnlampe, weiterer Taschenlampe und Fotoapparat.

Die ersten zögerlichen Schritte vorsichtig zwischen diversen Abfällen platziert, so ging es den Gang entlang - vom Unrat mal abgesehen: gefühltes bekanntes Territorium: Steine an den Seiten und oben drauf. Spektakulär?





Der Blick in den langen Gang nach Einbiegen in besagten rechten Winkel ließ alles vergessen: den Schmutz, das herabgefallene Gitter, vor allem die Tonnen Erde, die noch über mir waren.
Prachtvoll in der Bauart: große Platten, in deren Zwischenräume mit sicher Hunderten von kleineren Steinen ausgefüllt und damit stabilisiert wurden. Ein Stützpfeiler ungefähr in der Hälfte des Ganges, standsicher seit Jahrtausenden.






Und ganz hinten im dunklen Hintergrund ein schmaler Durchgang in die eigentliche Grabkammer, kaum erkennbar in der Dunkelheit - und die Gewissheit, dass leider 2 Taschenlampen nicht ausreichen, diese - und jetzt ist sie es - spektakuläre Stätte zu beleuchten, um die gebührend fotografisch zu dokumentieren = großes Bedauern.

Fotos gibt es noch, aber leider zu dunkel und nur mit persönlich Erlebtem zu verstehen.


Übrigens: ich habe mich alleine auf Entdeckungstour begeben und gebe zu: es hat mich Überwindung gekostet, in dieses Dunkel einzutauchen. Eine Taschenlampe auf'm Kopf und eine in der Hand waren nicht unbedingt so richtig starke Stützen. Die Vorstellung, eine Grabstätte zu betreten, und die Phantasie, was da noch alles rumliegen könnte, blieben in der Gewissheit, dass alles bestens in Museen bewahrt wird, aus.

Vielleicht war es dann im besonderen dieses vorsichtige Herantasten an die Dunkelheit, die sich durch meine beiden Lämpchen aufhellte und die den Blick auf ein fast einzigartiges Bauwerk freileuchteten, das mich diese uralte Stätte der Menschheit sorgsam und mit Anerkennung für diese baumeisterliche Tätigkeit erleben ließ.
Vielleicht war es aber auch das endlose Gefummel mit Taschenlampe und Fotoapparat, um zumindest eine spärliche Fotoausbeute mit ans Tageslicht zu bringen, die all die anderen eher hemmenden Gedanken und Vorstellungen flugs die Ecke zum Ausgang flitzen ließen.

Mit Sicherheit war es ein ganz besonderes Erlebnis für mich - und so sei jedem Megalith-Fan empfohlen: laßt Euch den Dolmen von Goerem nicht entgehen - und nehmt starke Lampen mit.

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