Mittwoch, 27. Mai 2009

Ein Ort der Ruhe und Besinnlichkeit in Erdeven


Es ist ja nun nicht unser erster Aufenthalt hier, und doch haben wir diesen wunderbaren Ort erst jetzt entdeckt und empfehlen allen Freundinnen und Freunden der Megalithkultur: hier lohnt ein Besuch.

Kurz zur Lage: In Erdeven Richtung Reitstall fahren. Direkt gegenüber des Reitstalls befindet sich ein kleiner Graben neben der Straße und im dahinterliegenden Baumbestand versteckt sich dieses Kleinod. Kein Schild weist darauf hin - kein Name ist uns bekannt.

Wir vermögen nur zu spekulieren, ob es sich hier um ein Alignement handelte, ob sich ein Dolmen hier noch verbergen mag. Ob Spekulation oder nicht: die Steine muten gewaltig und zerbrechlich zugleich an, sie ruhen in ihrer derzeitigen Position in sich und bieten Platz für Pflanzen, die sich an den Seiten emporranken, Schmetterlinge, die sich kurzzeitig niederlassen, Käfer und sonstiges Getier finden Unterkunft.

Und kurzseitig auch der Mensch, der unerwartet auf diesen Ort der Ruhe trifft. Diese Anlage gehört für uns zur Gruppe derjenigen, deren Ausstrahlung sich nur schwerlich in Worte fassen läßt: es ist nicht der Stein als solches (mit Verlaub: dafür liegen hier einfach viel zu viele herum), es ist nicht die Umgebung der Anlage (Straße und Reitstall vor der Türe verlocken nicht unbedingt zu mystischen Gedanken), es ist ebenso wenig eine starke Einbildungskraft der Besuchenden (schon kaum mehr zählbar, wie viele Anlagen wir besuchten) - nein, es muß einfach etwas anderes sein, dass bei einigen Anlagen Besuchende innehalten und verweilen läßt.

Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, das Warum zu ergründen - wir haben uns auf's Genießen dieses Platzes beschränkt; das war mehr als genug.

Sonntag, 24. Mai 2009

4 auf einen Streich: Cornevec - l'Etoile - Grand-Resto

Ein wenig verstreut liegen die 4 Anlagen schon, doch lohnt sich ein Besuch "in einem Rutsch", denn: nicht restauriert, nicht gerade leicht zu finden, von übersichtlich bis absolut unübersichtlich - so lautet unsere allgemeine Betrachtung.

Bereits die Identifikation über Literatur, diverse Karten und Informationstafeln vor Ort machen deutlich: eine einheitliche Namensgebung scheint es so recht nicht zu geben. Wir orientieren uns daher an der Namensgebung der Informationstafeln. Über unsere Karte hoffen wir, Interessierten den Weg dorthin ein bißchen zu verdeutlichen.

Alignement de Cornevec

Die Region von Baud scheint nahezu unerschöpflich an Funden zu sein, und geht man durch den Wald, begegnen einem derart viele Steine, dass ein Unterscheiden von "der Stein liegt hier einfach so rum" bis zu "könnte Teil einer Anlage sein" auch mit weniger Phantasie als der unseren gar nicht so einfach ist.

Uns schreckt natürlich nichts ab - entsprechende Symbole in der Landkarte markiert heißt für uns: Ansteuern des identifizierten Ziels.

Die abgebildete Informationstafel mag insofern trügen, als Besuchende eine auch nicht annähernd "aufgeräumte" Anlage vorfinden: ein Waldweg, umgefallene, bewachsene bis von üppigem Grün überwucherte Steine unterschiedlicher Formen liegen am wenig ausgetretenen Pfad. Wer hier die vermeintliche Mystik, energetische Stätte oder was auch immer sucht - der wird eher nicht fündig.

Was aber bietet so ein Ort? Ein Blick auf die Karte, ein Entlangschlendern am Weg zeigt auf, welch scheinbar unermeßlich intensiven (Bau-)Aktivitäten vor Jahrtausenden in der Bretagne zu Werke gewesen sein müssen. Auf Schritt und Tritt, Stein nach Stein - so ziehen sich die Spuren der damaligen Baumeister bis ins Heute hinein.

Alignement de Cornevec unterteilt sich genau genommen in 2 Anlagen, von denen eine schlicht und einfach "Alignement" genannt wird, geht man ein Stück weiter, gelangt man zur 2. Anlage, auch Dolmen Roh du Charterion genannt.

Menhirs de l'Etoile (Gemeinde Camors)







Hier gibt es nur eins: rein in den Wald (gut mit Fahrrad zu bewältigen), vorbei an stramm ausgerichteten Baumlinien, und dann auf einmal ragt er empor, der Men Vras, einer der beiden Menhire de l'Etoile.











Alignement du Grand-Resto Kersolan (Gemeinde von Languidic)
Dieses Alignement wird auch "Alignements Soldats de St. Cornely" genannt. In der Tat: wie die heidnischen Soldaten, die der heilige Cornelius auf seiner Flucht mit seinem Blick in Steine verwandelte, stehen die Steine in 3 Linien noch heute stramm.
Weniger legendenträchtig, eher faktenorientiert gibt die sog. C14-Methode (mit radioaktivem Isotop wird Kohlenstoff bestimmt) Auskunft über das wohl tatsächliche Alter: um 3300 v. Chr. wurde hier rege gebaut; noch heute finden sich 29 Menhire in der Nordreihe, 69 in der mittleren und 43 in der Südreihe.

Samstag, 23. Mai 2009

Die Dolmen von Larcuste (Colpo)

Eine Tagestour sollte man einplanen, um die Stätten in "Landes de Lanvaux" aufzusuchen: hier verteilen sich die Anlagen über ein Gebiet von ca. 40 km Autofahrt. Das ist zwar mit Auto gut zu bewältigen, aber ein klein wenig Suchen ist vonnöten, die Natur lockt mit Wald, Vogelgezwitscher und lädt zum Verweilen ein.

Wir begannen unsere Tour in Lacruste nahe Colpo, das sich von Vannes aus gut in knapp 30 Minuten erreichen läßt. (Karte) Auf der D 767 weist ein Schild nicht nur auf den Ort Lacruste und auf die Dolmen hin. Von der D 767 aus Richtung Vannes kommend 2 Mal rechts abbiegen und dem Straßenverlauf folgen, bis man an ein paar Häusern vorbeikommt. Es geht ein wenig hügelaufwärts, dann bitte Augen offenhalten: linker Hand liegt ein Hause, an dem eine Straße vorbeiführt und dort kann man ein Parken-Schild sehen, das das Erreichen des Zieles signalisiert.

Der Rest ist Fußweg von höchstens 5 Minuten einen Pfad zwischen den Feldern entlang - und schon bietet sich dem Auge die Anlage dar. Hier ist Zeit zum Verweilen, denn rundum ist's gepflegt und zudem bietet sich ein herrlicher Blick über Felder, Wälder, Wiesen.

Tumulus Nord, Colpo I, und Tumulus Süd, Colpo II, werden unterschieden, sehr gut erkennbar in der 1972 restaurierten Anlage. Der Führer "Die Megalithen der Bretagne" von Jacques Briard spricht von Monumenten - dieser Begriff erscheint uns ein wenig üppig, denn recht überschaubar und eben nicht so arg monumental liegen die Ganggräber vor uns. Hier lassen sich wunderbar die einzelnen Kammern erkunden, besonders im südlichen Tumulus mit 6 Kammern entlang des ca. 9 Meter langen Ganges.




Auf der Pirsch - so wird meine Erkundungstour genannt, wie sich unbeschwer erkennen läßt: Digital- oder Videokamera in der Hand, gebückte Haltung und los geht's.







Und nun ein paar weitere Eindrücke dieser wunderschön gelegenen Anlage, deren älteste Teile auf 4400 v. Chr. geschätzt werden:



Zum Schluß eine Fußnote: Frau sollte die richtigen Kabel mitnehmen, wenn sie verreist - die Videos gibt es daher später, wenn das Kabel wieder verfügbar ist, sprich zu Hause.

Das Wiedersehen

Der erste Regen seit unserer Ankunft heute - Zeit, die ersten Tage Revue passieren zu lassen.
Schön war es, wieder hier anzukommen und die uralten Steine wie alte Bekannte zu begrüßen.

Alte Bekannte: klar führt der Weg zuerst zu den Alginements von Kerzerho; ein wenig habe ich ja schon darüber geschrieben, so dass ich hier auf weitere Ausführungen verzichte und nur einige Bilder mit den neusten Eindrücken vorstelle.



Ein wenig anders präsentierte sich die gesamte Anlage, da umfangreiche Mäh- und Rodungsarbeiten dem teilweise üppigen Wildwuchs Einhalt geboten hatten. Und doch ist es uns wieder nicht gelungen, die Steinritzungen zu entdecken, von denen in einem Reiseführer berichtet wird.











Üppig bietet sich uns die Natur dar: blühender Ginster, wohin das Auge schaut, und sprießende Farne, die in ihrer noch jungen zarten Verschlungenheit der Blätter weitere Entfaltung entgegenstreben.


Samstag, 16. Mai 2009

Es ist wieder soweit

Vom 22. August bis heute war ja nun doch eine lange Zeit, in der kein neuer Beitrag dieses Blog füllte. Doch dies könnte sich ändern, denn: wir machen uns wieder auf und starten in die Bretagne.
Ich hoffe, mein Vorhaben des letzten Jahres wird in diesem Jahr Realität: für Interessierte die bekannten und versteckten Plätze der Megalithkultur besuchen und hier beschreiben.
Wir werden sehen.

Und hier geht es hin:

Urlaub Bretagne auf einer größeren Karte anzeigen