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Samstag, 13. Juni 2009

Und wieder Steine: rosa, gewaltig und nicht von Menschenhand

Eine Küste in Rosa? Das mit dem Rosa hängt ziemlich von den Wetterverhältnissen ab; bei strahlender Sonne, richtigem Lichteinfall und blauem Meer - ja. dann sind sie schon richtig rosa, diese gewaltigem Felsbrocken, die die Cote Granit ausmachen.

Wir haben sie nun schon zu verschiedenen Wetterbedingungen erlebt: stürmisch, neblig, Sonnenschein. Doch egal, welches Wetter herrscht: die Faszination dieser Formationen, die Urgewalten erahnen lassen, ist jedes Mal gegeben. Und wir scheinen nicht die einzigen zu sein: von der eher einsamen Krabbelei in megalithischen Dolmen reiht man sich hier in einen für Juni schon recht beachtlichen Besucherstrom ein.






Einquartiert haben wir uns im eher beschaulichen Tregastel, denn dort entdeckten wir im letzten Jahr ein nettes Hotel mit direkter Sicht auf die ersten rosa Exemplare.










Hier in Tregastel ist alles ein wenig überschaubarer, heimeliger. Im Grunde im Kleinformat alles, was das Urlaubsherz begehrt: gutes Essen, Souvenirshops, Hafen mit schaukelnden Booten und rosa Felsen.







Das unbestrittene Highlight aber ist und bleibt die Region um Ploumanach - hier ballt sich die Urgewalt der Felsen auf Kilometerlänge, leicht bei einem Spaziergang entlang des alten Zöllnerpfades zu erkunden.


Fährt man nach Ploumanach hinein, führt einen der Weg zum Parkplatz, vorbei an etlichen Shops mit bretonischen Souvenirs, Gastronomiebetrieben zwangsläufig hin zum kleinen Strand - dem ersten Aha-Erlebnis.

Felsen, Felsbrocken, Inselchen bieten sich dem Auge dar, und die architektonischen Menschenleistungen aus rosa Granit fügen sich harmonisch in die Willkürlichkeit der Natur ein.

Wem auch nur ein wenig ein "Hang zur Natur" innewohnt, der und die läuft Gefahr, bereits hier auf Entdeckungstour zu gehen und Stunden zu verweilen. Irgendwann aber zieht's einen mit dorthin, wohin alle anderen eilen: ein paar Schritte auf dem sog. Zöllnerpfad zu tun entlang der Küste - das ein oder andere kleine Häuschen oder Türmchen erinnert an die ehemaligen Zollstationen. Und spätestens nach der letzten Wegbiegung liegt die volle Pracht dieser wunderbaren Landschaft vor dem betrachtenden Auge. Einige Eindrücke möge die folgende Bildzusammenstellung geben.

Sonntag, 7. Juni 2009

Episoden eines Tages

Episode 1: Silbensalat


Geneigte Leserin und geneigter Leser werden es bereits kennen: wir sezieren die Landkarten nach Stätten, die uns bisher unbekannt blieben, um diese dann mehr oder weniger zielgerichtet anzusteuern.
Das mit Ziel und dem Mehr oder Weniger ist einfach zu erklären: je nach Landkarte "platscht" das Menhir-Zeichen mitten zwischen Straßen, deren vermeintliche Lücken es durch Vorort-Erkundung zu füllen gilt, und die sich dann im Ansteuern als unwegsamer Feldweg, Sackgasse oder gar nicht da herausstellen.
Obwohl insgesamt herrlich zuverlässig, entpuppt sich unsere neuste Begleiterin namens Silke, ihres Zeichens Navigationsgerät, doch manchmal als offensichtlich mit gleichem Hang zu Verwegenem bestückt wie wir: der ein und andere Feldweg war der Routeneinstellung "Schöne Strecke" zuviel des Guten. Zudem sind die megalithischen Anlagen nicht immer örtlich zuzuordnen, geschweige denn Silke bekannt.





Nähert man sich aber endlich dem Zielobjekt, dann sind die Schwierigkeiten des Findens rasch vergessen, dann heißt es nur noch Schauen, Fotografieren, nach Ritzungen suchen - alles ergänzt um das menschliche Kommunikationsbedürfnis, das Sehen, Erleben und Fühlen auch beim Namen zu nennen.

Allerdings kann es dann schon geschehen, dass mehr Erschöpfung als geahnt die Wortsilben purzeln läßt. Oder wie würden Sie das nennen, wenn es andachtsvoll in den Wald spricht: "Ist das schön hier im Wald - so voller Bäume!".




Episode 2: Stärkung


Was bitte ist ein Rundgang durch eine Stadt anderes als eine Steinbesichtigung? Häuser, Straßenpflaster, und in dem mittelalterlichen Befestigungsanlagen von Port-Louis kilometerlange Wehrmauern.

Schön ist's hier und auf jeden Fall einen Besuch wert - und wer sich durch die Gassen begibt und diese niedliche kleine Lady entdeckt, für den und die ist ein Stop ein absolutes Muß!






Bei "La Petite Charlotte" gibt es Chocolatier-Kunst in Vollendung - alleine die meisterliche Kreation dieses Törtchens verspricht wahre Gaumenfreuden.

Jeder Bissen einfach köstlich. Es ist so ein wenig wie ein gutes Buch zu lesen: gegen Ende liest man immer langsamer, um das absehbare Ende möglichst lange herauszuzögern und im Hochgenuß zu verweilen.




Episode 3: Abgehoben


Hier im Morbihan gibt's Quellen und Brunnen in Hülle und Fülle. Die Bretonen und/oder ihre Vorfahren haben - na was? Steinhäuser drübergebaut natürlich.

So auch bei der Fontaine Maria, die sehr schön gepflegt hergerichtet ist. Nur um die Maria tut's uns leid, weil sie hinter einem recht schmutzigen Plexiglas verborgen ist und so gar nichts von dem Geschehen davor sehen kann.







Entgangen ist ihr dadurch auch, wie 2 dann doch schon etwas ältere Frauen sich ob der Entdeckung eines Spielplatzes nicht mehr beherrschen konnten.

Bedauerlicherweise stellte sich meine Idee, doch noch mal ein wenig zu wippen, als klassisches Eigentor heraus.

Die Videoaufnahmen und immer kläglicher bis fordernder werdenden Bitten, mich doch endlich herunterzulassen, bleiben dem privaten Heimkino vorbehalten - doch treue Leser/-innen unseres Blogs mögen sich vielleicht an einem schwebenden Megalith-Fan ein wenig ergötzen.

Samstag, 6. Juni 2009

Dolmen de Mane Kerioned - immer einen Besuch wert

2001, 2008 und jetzt 2009 - die 3 Dolmen von Mane Kerioned steuern wir jedes Mal an.

Die einzige Veränderung dieses Jahres: der Steinblock, auf dem der französische Staat die Eigentumsverhältnisse klarstellt und den Namen der Stätte preisgibt, weist rot ausgemalte Buchstaben aus, registrierten wir übrigens an vielen Plätzen, die wir aus dem Vorjahr kannten. Gelernt haben wir, dass Steine, die einen roten Punkt besitzen, wieder aufgestellt wurden - zumindest in Carnac.


Irgend etwas muß auch an dieser Stätte dran sein, dass wir nicht nur immer dorthin fahren, was per Fahrrad nicht unbedingt Anreiz bietet, denn die Anlage liegt an einer vielbefahrenen Straße ohne Fahrradweg, sondern auch jedes Mal länger verweilen und nicht nach kundigem Blick in die Runde konstatieren "Prima, noch alles wie es war und Tschüss".




Kleine Analogie zu Goerem: auch hier scheinbar der Weg ins Dunkle, auch hier Taschenlampe vonnöten, um das Wesentliche des Dolmens zu entdecken.

Übrigens: es handelt sich um den rechts gelegenen Dolmen; die beiden anderen sind oberirdisch und ohne Ritzungen.











In Mane Kerioned lassen sich an Ort und Stelle die Ritzungen in den Steinen betrachten und erleben - was auch immer sie bedeuten mögen.













Können Sie sich vorstellen, dass vor Tausenden von Jahren Menschen hier ihre Nachrichten hinterließen, vielleicht Göttinnen und Götter ehrten?











Und wenn auch die ein oder andere neuzeitlich unbeholfen anmutende Ritzung den Weg in einen Stein fand, insgesamt sind wir doch angenehm überrascht, dass die Anlagen, die immerhin frei zugänglich sind, bis auf wenige Ausnahmen unversehrt bewahrt bleiben.

Ein Erlebnis der besonderen Art: der Dolmen von Goerem

Das besterhaltene Beispiel einer megalithischen Grabstätte in rechtwinkliger Bauart, erbaut ca. 3300 v. Chr. - so ist es auf der verfalllenen Tafel des Dolmen von Goerem (Link zur Karte) zu lesen. So gepriesen auch in Reiseführern liegt es nahe: dieser Dolmen ist ein Muß auf der diesjährigen Megalith-Besuchsliste. Der als Besterhaltener gepriesene präsentiert sich auf den ersten Blick eher unspektakulär.

Freitag, 5. Juni 2009

Wie Göttinnen in Frankreich

Erinnert sich noch jemand an die Cognac-Werbung "Wenn einem so viel Schönes widerfährt, das ist schon einen ... wert?" Ich ersetze: "...das ist schon ein Erwähnen wert!"

In unserer schnuckeligen Unterkunft - bestens bekannt aus dem Vorjahr - empfing uns auch in diesem Jahr unser Vermieter gewohnt freundlich und aufmerksam.

Da fällt's nicht arg schwer, sich auf Urlaub einzustellen und die Urlaubszeit als Abstandszeit zum Alltäglichen anzugehen.






Geringfügig irritiert waren wir über ein Achtungschild im Garten. Sieht ihm gar nicht ähnlich, das so herumstehen zu lassen.

Sieht ihm doch ähnlich, stellten wir fest, denn diesem Achtungschild wohnt eine besondere Funktion inne: drehen wir es mit der roten Markierung zum Hof hin, bedeutet dies: bitte keine Gartenarbeiten seitens des Vermieters, wir wollen unsere Ruhe haben. Weiße Seite zum Hof = er kann loslegen: Unkraut jäten, Rasen mähen etc. Genial und erwähnenswert, denn nicht oft begegnet einem solche Rücksichtnahme.

Dies allein würde uns nicht zum Göttinnengefühl hochkatapultieren, nein, da ist noch mehr:

  • der Salat, der an der Türe hängt,
  • die Tomaten, frisch gewaschen,
  • die ersten Himbeeren dieses Jahres
  • und die ersten Kartoffel, die am besten schmecken, wenn...

Keine Vollverpflegung, sondern kleine Aufmerksamkeiten aus der Ernte des eigenen Gartens zum Wohlbefinden der Gäste. Nicht alltäglich, oftmals nicht üblich, auf jeden Fall erwähnenswert.

Dass er mein Auto mit beherztem Wasserstrahl von seiner Staub- und Sandschicht befreite, war nicht unbedingt nötig, aber so ganz unter uns: ich habe nichts dagegen und finde es ehrlich gesagt so richtig nett.

Übrigens: unser Vermieter ist nicht der einzig Aufmerksame, Hilfsbereite, dem oder der wir hier begegnen. Seien es Dorfbewohner, die wir nach dem Weg zu einem unserer steinigen Zielobjekte befragen, seien es die Mitarbeiterinnen im Office du Tourisme, die ohne zu Zögern einen Brief in Empfang nehmen, den der Postzusteller an die ausgewiesene Adresse zu liefern unfähig ist - das ist nicht die Bandbreite der verpflichteten Dienstleister, die ihren Job gut machen, sondern das sind die Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes, die offensichtlich einfach nur freundlich, aufmerksam und hilfsbereit sind.

Das ist für uns erwähnenswert. Und das läßt gefühlte Göttinnen wie uns anderen Radlern oder Fußgängern in der flüchtigen Begegnung des Aufeinandertreffens ein munteres Bonjour entgegenschmettern.

Im Gebüsch, da ist doch was...

Eigentlich stand ja Carnac im Vordergrund der gestrigen Radtour; ein ausführlicher Bericht dazu wird noch folgen, denn wir haben es natürlich in diesem Jahr getan wie auch in den Jahren zuvor: Carnac ist immer einen Besuch wert und derart vielfältig, dass wir das Material erst einmal gründlich sortieren müssen.

Ein Blick auf die Karte erübrigt sich zwar fast, aber wir schauten vorsichtshalber doch noch einmal darauf, und schon war es gesschehen: da war dort doch das Symbol für einen Dolmen eingetragen, den wir noch nicht registriert hatten. Kurzentschlossene ändern selbstverständlich ihre Pläne und steuern das Objekt der Begierde an - wir sind Kurzentschlossene.
Unterwegs begegnete uns unerwartet ein weiterer Dolmen unmittelbar an einer Campingplatzeinfahrt. Doch weiter trieb es uns über Waldwege hinein in den kleinen Ort Kerluir. Ein freundlicher Bretone, den wir unterwegs nach dem Weg befragten, wies darauf hin, dass wir schon ein wenig suchen müßten. Das kennen wir ja schon. Obiges Schild verhieß dann nicht nur den Dolmen, sondern zudem einen Menhir.

Blick in die Runde: Wiese, noch mal Wiese, weiter entfernt Wald und vor uns ein scheinbar undurchdringlicher Wust von Gebüsch, zum großen Teil aus klar identifizierbarem ungastlichem Stechginster. Wenn das nicht nach Herausforderung klingt!

Also auf durch's kniehohe Gras und Blicke schweifen lassen. Erfolgreich, denn nach einigen Minuten zeugt in der Ferne die steinerne Standfestigkeit des Menhirs: stimmt, hier gibt es was. Und wo ein Menhir ist, kann eigentlich der Dolmen nicht allzu weit entfernt sein. Doch auf dem Feld ist nichts erkennbar, was den Blick erneut dem besagten Gestrüpphügel zuwendet.





Eine Blume?

Ein kleiner ausgetretener Weg?

Könnte da etwas sein?










Schon darum hat es sich gelohnt, den vermuteten Pfad näher in Augenschein zu nehmen.



















Nun ging es weiter, langsam, Schritt für Schritt, dann eine kleine Biegung und dann gab uns das Gestrüpp den Blick frei auf diesen kleinen Dolmen.






Knubbelig, irgendwie niedlich im Vergleich zu anderen monumentalen Dolmenverwandten, aber standfest mit seiner dicken, großen Platte auf den beiden stämmigen Steinbeinen.

Ein lauschiger Ort mit absoluter Stille bis auf Vogelgezwitscher und Grillenzirpen.

Mehr davon...

Dienstag, 2. Juni 2009

Das hat sich gewaschen


Überall wäre übertrieben, doch in vielen Örtchen entdeckten wir bisher Waschstellen: Miniaturhäuschen über einer Quelle, davor in unterschiedlichen Größen Waschbecken, in denen die Wäsche so richtig in die Mangel genommen werden konnte und mit Sicherheit auch die Top-Neuigkeiten des Dorfes ausgetauscht wurden.

Ein besonders schönes Exemplar liegt an der Straße zwischen Erdeven und Plouharnel (D 781 - aus Erdeven kommend linke Seite hinter dem ersten Kreisel).

Ist das nicht idyllisch?

Freitag, 29. Mai 2009

Ile aux Moines

Der Golf von Morbihan präsentiert sich mit einer Fülle kleinerer und größerer Inseln. 2 mal bereits statteten wir Gavrinis einen Besuch ab. Vielleicht ist dies etwas vermessen, aber Gavrinis werden wohl eher nur diejenigen ansteuern, die der wunderbaren Anlage dort einen Besuch abstatten wollen (nur als geführte Tour möglich). Zu Gavrinis werde ich vielleicht in einem späteren Eintrag unter Rückgriff auf die Fotos des Vorjahres noch einmal schreiben. Soviel aber schon jetzt: Gavrinis ist eine mit der besterhaltenen Anlagen, restauriert, erforscht, denn im Inneren präsentieren sich dem betrachtenden Auge wunderbare, wenn auch uns kaum verständliche Steinzeichnungen, -ritzungen. Und auch verständlich, aber schon schade: Fotografieren nicht erlaubt. Uns zog es in diesem Jahr zur Ile aux Moines.

Was bringt eine Mitfünzigerin dazu, durch die Bretagne zu krabbeln?

Da krabbeln zweibeinige Wesen über Stock und Stein, durch Wälder, über Hügel, verfahren sich zum x-ten Mal, egal ob Fahrrad oder Auto, und zeigen alle Anzeichen konditionierten Verhaltens,
taucht eines der bekannten braunen Schilder auf, das den Weg zu irgendeiner "Steinansammlung" weist.

Gibt es außer den megalithischen Stätten einen Anreiz, sich den manchmal mühevoll anmutenden Exkursionen hinzugeben?

Klares Ja, und dies belegen nicht nur die interessierten Zuschauerinnen obigen Bildes, die uns, gemächlich ihr Gras kauend, zuschauten. Wann habe ich das letzte Mal direkt vor einer Kuh gestanden? Mehr noch: Wann bin ich das letzte Mal durch eine Wiese mit Kuhfladen, Klee und üppigem Gras gegangen?
Just gestern, aber die Jahre davor eben nicht. Übrigens: diverse "Düfte", die von genannten Fladen in frischerer Ausführung ausgehen, lassen sich stellenweise ebenfalls erschnuppern.

Back to the nature - könnte ich sagen, aber auch zurück zu meiner Jugend, denn so manche Erinnerung taucht bei diesen Erkundungstouren zu megalithischen Stätten auf. Bitte nicht verwechseln, so alt bin ich nicht, dass ich die Ritzungen an alte Steine hätte anbringen oder diese gar mit aufbauen können, nein, ich meine die Zeiten, zu denen ich als Kind durch hohes Gras gelaufen bin und mich drin verstecken konnte, als noch nicht die navigationsgeführten Punktlandungen mit anschließender digitaler Erfassung den nächsten DVD-Abend zum multimedialen Highlight werden lassen.

Wer was für's Auge und die Seele sucht, wer den absoluten Kontrast zum (Arbeits-)Alltag in Bildschirmgröße wahrnehmen möchte, wer mal wieder schnuppern möchte, wie Gräser und Pflanzen duften, wer die liebevollen bretonischen Dörfchen erkunden und sich an Beschaulichkeit, Blütenpracht laben (oh je, ich kenne doch glatt noch dieses Wort) möchte - ja dem und der sei diese Region des Morbihan wärmstens empfohlen. Und wer sich auf die Suche nach diesen megalithischen Stätten begibt, der und die kommt unweigerlich in den Genuß des oben Angedeuteten.

Das bringt aber auch näher, was in den alten megalithischen Stätten (Kult- und Grabanlagen) als offensichtlichen immerwährenden Tweet in die Steine geritzt wurde: die Verehrung der Mutter Erde.

Und alles zusammen ist dann sogar ein bißchen mehr als Urlaub pur.

Sonntag, 24. Mai 2009

4 auf einen Streich: Cornevec - l'Etoile - Grand-Resto

Ein wenig verstreut liegen die 4 Anlagen schon, doch lohnt sich ein Besuch "in einem Rutsch", denn: nicht restauriert, nicht gerade leicht zu finden, von übersichtlich bis absolut unübersichtlich - so lautet unsere allgemeine Betrachtung.

Bereits die Identifikation über Literatur, diverse Karten und Informationstafeln vor Ort machen deutlich: eine einheitliche Namensgebung scheint es so recht nicht zu geben. Wir orientieren uns daher an der Namensgebung der Informationstafeln. Über unsere Karte hoffen wir, Interessierten den Weg dorthin ein bißchen zu verdeutlichen.

Alignement de Cornevec

Die Region von Baud scheint nahezu unerschöpflich an Funden zu sein, und geht man durch den Wald, begegnen einem derart viele Steine, dass ein Unterscheiden von "der Stein liegt hier einfach so rum" bis zu "könnte Teil einer Anlage sein" auch mit weniger Phantasie als der unseren gar nicht so einfach ist.

Uns schreckt natürlich nichts ab - entsprechende Symbole in der Landkarte markiert heißt für uns: Ansteuern des identifizierten Ziels.

Die abgebildete Informationstafel mag insofern trügen, als Besuchende eine auch nicht annähernd "aufgeräumte" Anlage vorfinden: ein Waldweg, umgefallene, bewachsene bis von üppigem Grün überwucherte Steine unterschiedlicher Formen liegen am wenig ausgetretenen Pfad. Wer hier die vermeintliche Mystik, energetische Stätte oder was auch immer sucht - der wird eher nicht fündig.

Was aber bietet so ein Ort? Ein Blick auf die Karte, ein Entlangschlendern am Weg zeigt auf, welch scheinbar unermeßlich intensiven (Bau-)Aktivitäten vor Jahrtausenden in der Bretagne zu Werke gewesen sein müssen. Auf Schritt und Tritt, Stein nach Stein - so ziehen sich die Spuren der damaligen Baumeister bis ins Heute hinein.

Alignement de Cornevec unterteilt sich genau genommen in 2 Anlagen, von denen eine schlicht und einfach "Alignement" genannt wird, geht man ein Stück weiter, gelangt man zur 2. Anlage, auch Dolmen Roh du Charterion genannt.

Menhirs de l'Etoile (Gemeinde Camors)







Hier gibt es nur eins: rein in den Wald (gut mit Fahrrad zu bewältigen), vorbei an stramm ausgerichteten Baumlinien, und dann auf einmal ragt er empor, der Men Vras, einer der beiden Menhire de l'Etoile.











Alignement du Grand-Resto Kersolan (Gemeinde von Languidic)
Dieses Alignement wird auch "Alignements Soldats de St. Cornely" genannt. In der Tat: wie die heidnischen Soldaten, die der heilige Cornelius auf seiner Flucht mit seinem Blick in Steine verwandelte, stehen die Steine in 3 Linien noch heute stramm.
Weniger legendenträchtig, eher faktenorientiert gibt die sog. C14-Methode (mit radioaktivem Isotop wird Kohlenstoff bestimmt) Auskunft über das wohl tatsächliche Alter: um 3300 v. Chr. wurde hier rege gebaut; noch heute finden sich 29 Menhire in der Nordreihe, 69 in der mittleren und 43 in der Südreihe.

Montag, 4. August 2008

Crucuno: Dolmen und Cromlech

Crucuno liegt ebenfalls an der D 781 Richtung Erdeven -> Plouharnel; am ersten Kreisverkehr nach Erdeven geht es links ab, die Beschilderung ist gut. Nicht lange danach gelangt man in den Ort Crucuno, und hier gilt es aufzupassen, denn: der Dolmen von Crucuon schmiegt sich so an das dahinterstehende Haus an, dass er leicht zu übersehen ist. Aber das gilt ja eigentlich für alle Megalithen hier, wenn sie denn nicht den absoluten Bekanntheitsgrad besitzen. Der Dolmen soll der Überrest eines ehemals 27 m langen Dolmens sein. Schaut man sich ein wenig um, könnte man vermuten, wo die restlichen Steine abgeblieben sind. Immerhin steht ja noch ein Rest, der durch seine gewaltige Deckenplatte (es heißt, es sei die größte in der Gegend) schon sehr beeindruckend ist. Zeitlich ist es nicht datiert, aber man munkelt, dass Nicht-Megalith-Enthusiasten den Dolmen als Art Heuzuber benutzt haben sollen. Wie dem auch sei,davon ist jetzt nichts mehr zu sehen und die Anlage macht einen gepflegten Eindruck.

Sonntag, 20. Juli 2008

Saint Barbe - Vieux Moulin - Dolmens de Rondossec

Auf der D 781 braucht man gar nicht weit fahren, schon liegen die nächsten Alginements in der Nähe. Nicht gerade wie auf dem Präsentierteller, denn obwohl wir zumindest beim Autofahren stets aufmerksam rechts und links der Straße schauten, haben wir sie doch übersehen.
St. Barbe ist ein kleiner verschlafener Ort, an dessen Rand die Menhire zu finden sind. Mit ihnen läßt sich erahnen, dass hier einmal eine sehr große Anlage gestanden haben muss. Die Menhire, die im Film zu sehen sind, scheinen den Abschluss zu bilden einer Reihe, die sich rechts und links der Felder bis zum nächsten Örtchen ausdehnt. Der Aufenthalt hier ist "nett", viel Atmosphäre ist eher nicht spürbar.
Ganz anders die Steine "Vieux Moulins", links der Straße aus Erdeven kommend. Beim Herangehen scheinen auch sie nichts Besonderes, doch bei näherem Betrachten lacht einen förmlich ein Gesicht an - faszinierend. Oberhalb befindet sich noch eine weitere kleine Anlage, gut zu Fuß zu erreichen und könnte besucht werden, um den "Rundgang" zu komplettieren.
Ob die Dolmens von Rondossec zum Ensemble gehören, ist nicht bekannt. Auf der bereits viel zitierten D 781 im Ort Rondossec selbst weist ein Schild (Film) den Weg. Wir kannten auch diese Anlage von unserem ersten Bretagne-Aufenthalt und stellten leider erneut fest: sie wird offensichtlich als kleine Müllhalde genutzt. Schade, denn dies verleidet das Betreten des Inneren, was nach Regen (wie es bei uns der Fall war) wegen der großen Pfützen eh nicht attraktiv ist. Doch lohnenswert ist eine Besichtigung schon, weil tonnenschwere Deckenplatten auch hier auf den aufrecht stehenden Steinen zu balancieren scheinen. Bei diesjährigem Besuch war das gesamte Gelände recht ungepflegt, was ich sehr schade finde, denn die Dolmen haben durchaus ihren Reiz und werden durch "das heutige Verhalten" ihrer Faszination beraubt.

Hier nun ein paar Bilder der beschriebenen Anlagen:

Samstag, 12. Juli 2008

Dolmens de Kerioned


Die Dolmen von Kerioned (auch Kerionned geschrieben) liegen an der D 781, wenn man von Erdeven Richtung Quiberon fährt, und zwar auf der linken Straßenseite am Rande eines kleinen Waldes.



Zum Glück direkt an der Straße, weil die Anlage recht gut sichtbar ist, aber auch leider an der Straße, weil der ständige Verkehrslärm einfach nur stört.

Ca. 3500 v. Chr. wurde die Gruppe von 3 Dolmen gebaut. Zwei Gräber liegen parallel zueinander, das dritte im rechten Winkel zu den beiden und ist wahrscheinlich etwas älter. Zahlreiche Gravuren sind im inneren eines Grabes zu entdecken, und das Schöne daran ist: man kann aufrecht drin stehen.



Hier nun unser Videorundgang.

Freitag, 11. Juli 2008

Ein wenig zu Erdeven und der Umgegend

Erdeven liegt an der Straße D781 und ist ein idealer Ausgangspunkt für megalithische Entdeckungstouren. Fernab von dem "Rummel in Carnac" lassen sich die einzelnen Stätten auf schönen Rundwegen erkunden. Wir waren mit den Rädern unterwegs, was auf den Waldwegen ohne Probleme möglich ist. Klar, wenn es wie aus Eimern geregnet hat, sind die Wege schon etwas matschig, wie das dann halt im Wald so ist. Zu Fuß ist es dann aber auch nicht unbedingt schöner.

Eine Karte auf der Tourismus-Website von Erdeven weist die Rundwege und Anlagen aus. Die eingezeichnete Tour läßt sich (per Rad bei gemächlichem Fahren) locker in einem Tag bewältigen. Ein Tipp: auf der Tourismus-Seite auf "Plan" klicken - Entfernungen, Rundwege werden, nett aufbereitet, angezeigt.

Im Ort selbst ist nicht arg viel zu sehen; ein Besuch im Touristenbüro lohnt alleine schon wegen der Freundlichkeit, mit der einem geholfen wird. "Gefährlich" kann das Geschäft direkt gegenüber werden, das neben Souvenirs all die Gegenstände führt, an die man bisher noch gar nicht dachte, sie zu erwerben. Einkaufen läßt es sich hier auch gut wie überall in den etwas größeren Orten. Supermärkte sind in der Regel am Kreisverkehr gelegen (Tipp: die Tankstellen dort sind meist am günstigsten), einige Märkte führen auch Bioprodukte.

Dienstag, 8. Juli 2008

Kerzerho: Alignement und Geants

Gesehen hatten wir sie ja schon einmal, bei unserem Besuch der Bretagne vor 7 Jahren. Dass wir nun schon auf der Fahrt zu unserer Unterkunft unvermutet dieser schönen Anlage begegneten, war ein toller Einstieg in die Ferienzeit. Wenn man durch Erdeven Richtung Quiberon fährt, führt der Weg unweigerlich mitten durch die Alignments von Kerzerho. So ganz mitten durch nicht, denn der größte Teil der Anlage liegt dann linker Hand der Straße. Es steht geschrieben, dass Tausende von Steinen auf einer Fläche von 2 km Länge und 65 m Breite zu finden sind. Gezählt haben wir nicht, aber grob geschätzt: kann stimmen.

Sonntag, 6. Juli 2008

An- und Unterkunft

2 Tage nahmen wir uns schon Zeit, um von Köln ans Ziel Loperhet bei Erdeven zu gelangen. Loperhet ist ein kleiner Ort, eher eine Ansammlung weniger Häuser, wenn nur die ursprüngliche Bebauung betrachtet wird. Das Örtchen liegt an einem See und recht nah am Meer. So schaut es auf Google-Maps aus:


Größere Kartenansicht

Schiebt man die Karte ein wenig nach rechts oben, dann läßt sich auch das Meer entdecken. Rund um den Ort, das meiste in einiger Entfernung, wurden Ferienanlagen erbaut. Wie uns unser überaus charmanter und angenehmer Vermieter berichtete, kann es im Sommer zur Hochsaison von diesen Anlagen her schon etwas laut sein.
Wir aber waren ja im Mai dort - bei himmlischer Ruhe. Wenn wir auf der Terasse saßen, hörten wir Vogelgezwitscher, einen unermüdlich rufenden Kuckuck und je nach Windrichtung von der Ferne das Rauschen des Meeres. Rundum beruhigende, und wer dies wie wir mag, ist hier bestens aufgehoben.




So schaut es am Sandstrand aus, wenn Muschelfischer ihre Karren mühsam durch's Wasser ziehen. Es gibt dort einen recht langen Sandstrand, an dem entlang sich herrlich spazieren schlendern oder auch mit dem Rad fahren läßt.

Und hier ein paar Bilder aus Loperhet:

Reiseerinnerung

Geruhsam lächend über die Jahrtausende - so stellten sich uns während der Reise die uralten Steine dar. Na ja, nicht alle, aber je intensiver wir suchten, desto mehr "Gesichter" entdeckten wir. Bilder folgen natürlich.
Blog - das kommt ja so ein wenig aus der Tagebuchecke, und so war dieses Blog ja auch ursprünglich gedacht - es sollte ein (fast) täglicher Bericht über besuchte Stätten werden. Wurde aber nichts draus, denn wir wohnten so herrlich abgelegen, dass Internet-Anbindung fast schon ein Fremdwort war. Im Grunde war dies aber nicht arg schlimm, denn die Tumuli, Menhire, Dolmen stehen ja noch nach Jahrtausenden, was macht es da schon, mit ein wenig Verspätung sich auf die Reise in der Erinnerung zu begeben.
Und so werde ich über unsere Reise ins Zentrum der Megalith-Kultur in der Rückschau berichten. Für mich fast ein erneutes Erleben.