
Es ist ja nun nicht unser erster Aufenthalt hier, und doch haben wir diesen wunderbaren Ort erst jetzt entdeckt und empfehlen allen Freundinnen und Freunden der Megalithkultur: hier lohnt ein Besuch.
Kurz zur Lage: In Erdeven
Richtung Reitstall fahren. Direkt gegenüber des Reitstalls befindet sich ein kleiner Graben neben der Straße und im dahinterliegenden Baumbestand versteckt sich dieses Kleinod. Kein Schild weist darauf hin - kein Name ist uns bekannt.

Wir vermögen nur zu spekulieren, ob es sich hier um ein Alignement handelte, ob sich ein Dolmen hier noch verbergen mag. Ob Spekulation oder nicht: die Steine muten gewaltig und zerbrechlich zugleich an, sie ruhen in ihrer derzeitigen Position in sich und bieten Platz für Pflanzen, die sich an den Seiten emporranken, Schmetterlinge, die sich kurzzeitig niederlassen, Käfer und sonstiges Getier finden Unterkunft.
Und kurzseitig auch der Mensch, der unerwartet auf diesen Ort der Ruhe trifft. Diese Anlage gehört für uns zur Gruppe derjenigen, deren Ausstrahlung sich nur schwerlich in Worte fassen läßt: es ist nicht der Stein als solches (mit Verlaub: dafür liegen hier einfach viel zu viele herum), es ist nicht die Umgebung der Anlage (Straße und Reitstall vor der Türe verlocken nicht unbedingt zu mystischen Gedanken), es ist ebenso wenig eine starke Einbildungskraft der Besuchenden (schon kaum mehr zählbar, wie viele Anlagen wir besuchten) - nein, es muß einfach etwas anderes sein, dass bei einigen Anlagen Besuchende innehalten und verweilen läßt.
Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, das Warum zu ergründen - wir haben uns auf's Genießen dieses Platzes beschränkt; das war mehr als genug.